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One-man-tool

Pressemitteilung zur Weltpremiere Fendt Xaver GT, Agritechnica 2025
Quelle: AGCO/Fendt

....Fendt damit? 

Fendt wurde 1997 an den US-amerikanischen Konzern AGCO verkauft. In der englischsprachigen Welt wird schlicht die Bezeichnung Fendt GT für den Traktor verwendet, nicht die Übersetzung in Fendt Tool Carrier. Schwerlich prägen sich Begriffe wie 'no-man' oder ‚unmanned system‘ ein - ebenso wenig wie das ‚Keinmannsystem‘ im Deutschen. Kurz und gut, über Namen und Storylines lässt sich streiten. Aber weshalb nun ausgerechnet Fendt Xaver GT? Der Jungsname Xaver ist außerhalb Bayerns kaum bekannt. Bedient man sich des "Lederhosen-Effekts" oder schlicht der maskulinen Traditionslinie? Das Oktoberfest ist weltweit beliebt. Der Xaver kommt groß raus?

Vielleicht sollte ich mich an der Stelle als „Generation Fendt GT“ outen. Ein Geräteträger im Betrieb – egal wie alt und verschlissen, mit oder ohne Kabine – gehörte auf jeden Fall zur „Grundausstattung“. Vielseitig nutzbar als Pflegeschlepper im Gemüsebau genauso wie für den Transport. Übersichtlich und wendig. Und selten tauchte die Frage auf, ob Landwirtinnen den alten Traktor fahren können oder dürfen. Die neueren Traktoren-Modelle drängten bereits auf den Markt und stellten den GT in den Schatten. Der GT aber, der war für alle da, die auf dem Betrieb arbeiteten. In meiner Storyline war er unmöglich ein Einmannsystem.  Im Gegenteil, er war ein Einhornsystem und der Name "Unicorn" würde viel besser zu ihm passen :)

Zurück zu den Neuheiten!

Was zeichnet den Fendt Feldroboter aus? (zitiert nach FENDT Pressemitteilung vom 08.11.2025, sowie eigene Zusammenfassung):

  • Gleichmäßige Achslastverteilung bei lediglich 3 t Gewicht.
  • Zwei Anbauräume (Heck und Zwischenachse) auf einem Verschieberahmen aufgebaut mit jeweils 2 t Hubkraft der Kraftheber.
  • Reihenerkennung auch bei Wind oder auf unebenen Flächen.
  • Spurweite des Xaver GT kann auf 1,5 m, 1,8 m, 2,0 oder 2,25 m angepasst werden und erfüllt damit auch internationale Standards.
  • Bodenfreiheit von 50 cm erlaubt auch den Einsatz in späteren Wachstumsstadien.
  • Der Transport auf der Straße erfolgt im Abschleppbetrieb mit einem Traktor als Zugfahrzeug. „Am Feld angelangt kann ein Mensch den Fendt Xaver GT per Fernbedienung in die Spur steuern und den Arbeitsmodus aktivieren.“
  • „Der Antriebsstrang des Fendt Xaver GT ist als serieller Hybrid mit zwei Pufferbatterien aufgebaut. Der 25 kW Generator (48 V) wird von einem Dieselmotor angetrieben. Für kurzzeitigen Bedarf stellt ein Batteriesystem mit einer Kapazität von 9 kWh zusätzliche Boostleistung zur Verfügung. Die vier einzelnen, individuell lenkbaren Räder werden durch Elektromotoren angetrieben und durch die Einzelradlenkung kann der Fendt Xaver GT besonders präzise navigieren. Auf dem Feld arbeitet der Feldroboter mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10 km/h. Je nach Einsatz können unterschiedliche Lenkmodi ausgewählt werden. Neben der typischen Ackermann-Lenkung stehen dem Landwirt die Allradlenkung für kleinere Kurvenradien am Vorgewende als auch der Überlagerungsmodus (Hundegang + Allradlenkung) für die Kompensation von Hangabtriebskräften am Seitenhang zur Verfügung.“ 
  • Taktiles Savetysystem und Umfeldüberwachungssystem.
  • Präzise Navigation durch FendtOne Bedienkonzept

Die Einsatzbereiche des Fendt Xaver GT klingen vielfältig, ob zur Feldpflege, in Kombination mit Traktorarbeiten zur Feldvorbereitung, zur Aussaat und Ernte. Ich bin gespannt auf die Weltpremiere in Hannover!

 

Auf der herCAREER 2023 hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit einer Ingenieurin bei Fendt. Wir teilten die Begeisterung für Fendt – ich für die Nutzung, sie für die Entwicklung. Fendt's Engagement findet sich noch heute auf der Firmenseite: „Wir sind auf der Karrieremesse herCAREER (als Aussteller:in 2023, Anmerkung von mir) vertreten, weil uns Gender Equality am Herzen liegt. Die herCAREER ist die Leitmesse für weibliche Karriereplanung. Auf dem Event kommen einmal im Jahr für zwei Tage Menschen zusammen, um über Hierarchien und soziale Herkünfte hinweg Netzwerke auf- und auszubauen. Im Mittelpunkt steht die weibliche Sichtweise auf die Arbeitswelt.“ (2)

Der Link zur herCAREER führt heute leider ins Leere, weil Fendt 2025 nicht auf der Messe vertreten war. Doch das Engagement für MINT-Bildung bleibt Firmenwert. 

MINT-Bildung trägt viele Früchte: Vor meinem inneren Auge steuern wir Deutschlands beliebteste Traktorenmarke autonom und intelligent in seine vorangelegte Spur.

Oder wie Friedrich Merz als Schirmherr der nationalen Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ meint: „Rollenbilder dürfen Mädchen und Frauen nicht im Weg stehen, ihre Neugier, ihre Intelligenz und ihre Talente zu entfalten.“ (3)

Rebecca Gerstmaier, Landwirtin meint „die Technik auf ihrem Hof"... (am Rand der schwäbischen Alb)..."schenkt ihr etwas, das sie sich jahrelang wünschte: mehr Zeit." (4)

 

(1) Fendt Pressemitteilung, aufgerufen am 08.11.2025 TAZ vom 25.10.2025  

(2) https://www.fendt.com/de/karriere/fendt-als-arbeitgeber/unsere-auszeichnungen aufgerufen am 08.11.2025

(3) https://mintzukunftschaffen.de/schirmherrschaft/ aufgerufen am 08.11.2025

(4) TAZ vom 25.10.2025 aufgerufen am 08.11.2025